| 1963 |
geboren in Lünen |
| 1982 - 86 |
Studienzeit: Kunst und Theologie in Münster |
| 1986 - 89 |
Ausbildung zur Goldschmiedin |
| 1991 - 95 |
Studienzeit: Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Bochum |
| 1996 |
eigenes Atelier in Dortmund , Schwerpunkt informelle Malerei, monochrome Bilder |
| 2000 |
Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler für Westfalen / heute BBK Ruhrgebiet |
| 2003 |
Beginn mit figürlicher Malerei |
| 2004 |
Bilderankauf der Artothek der Stadt Dortmund |
| 2007 |
Bilderankauf der Stadt Dortmund |
| 2008 |
Auswahl zweier Arbeiten für den Dortmunder Grafik Kalender 2009
Bilderankauf der Stadt Dortmund
|
Bettina Köppeler - Gestalt gewinnen
Bettina Köppelers Kunst kennt keine Grenzen. Keinen festgelegten Stil, keine scharfen Konturen,
keine erkennbaren Räume, kein Ende und keinen Anfang. Der Horizont scheint unendlich, Formen zerfließen
ebenso wie Konturen. Die Gestaltung bleibt schemenhaft, um im Wechselspiel mit Farbe und Licht Bildinhalte
anzudeuten.
Figuren befinden sich stets im Wandel zwischen Entstehen und Entschwinden. Sie sind nicht greifbar und doch
erkennbar, wirken schemenhaft und unentschlossen, als müssten sie der Natur abgerungen werden. So verweisen
alle Figuren auf das Werden und Vergehen. Schattengestalten auf der Suche nach einem Ort, wo sie sich
entfalten können, konkreter werden und auftauchen aus dem Ungewissen.
Ihr Ausdruck mündet manchmal in Einsamkeit bis hin zur dramatischen Isolation, andere wiederum drücken
Leichtigkeit und Unbeschwertheit aus. Die Werke beziehen sich auf die elementaren Pole des Lebens, zeigen
tänzelndes Glück und lähmende Depression, Werden und Verschwinden.
Bettina Köppeler lässt dem Betrachter und sich selbst die Wahl - ebenso wie im Stil und in der Komposition.
Eine Freiheit, die nichts mit Beliebigkeit zu tun hat, weil sie unabdingbarer ist für den künstlerischen Ansatz.
So entstehen intensive Farb- und Formkompositionen, bei denen der Spachtel schmerzhafte Spuren in die
Oberfläche kratzt; Bilder, in denen sich das Unheil zusammenzubrauen scheint, greifbar wird in schwefelgelben
Wolken, umfasst von dunklen Schatten, einer ins Nichts führenden Tiefe.
Hingehuscht, verschmelzend mit dem Hintergrund, treten schemenhaft Figuren aus dem Bildgrund. Vorsichtig?
Oder hinterhältig? Verschämt oder verschlagen?
Aber auch das Licht hat seinen Platz: Transparente, ätherische Bilder in Weißtönen, leicht, fast schwebend
und doch voller Entdeckungen beweisen, dass Weiß weit mehr sein kann als nur Weiß. Gerade dort zeigt sich
ein außergewöhnliches Gespür für Farben. Farben, die auf der einen Seite das Figürliche aufzusaugen scheinen,
es einbinden in ein tieferes Bildgeschehen, auf der anderen Seite aber aus dem Hintergrund heraustreten
können, über allem schweben und Eigenständigkeit entwickeln. Farbe und Licht gewinnen Gestalt.
Susanne Riese / Ruhr Nachrichten Dortmund